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Pressemitteilung:
06. Juli 2009

Ute Schäfer: Das dreigliedrige Schulsystem ist alles andere als begabungsgerecht


"Das Loblied auf das nordrhein-westfälische Schulsystem ist nichts anderes als der verzweifelte Versuch der CDU aus ideologischen Gründen krampfhaft an etwas festzuhalten, was nicht mehr zu halten ist. Das dreigliedrige Schulsystem entspricht schon lange nicht mehr den tatsächlichen Leistungspotenzialen der Kinder und den Wünsche der Eltern. Es zwingt neunjährige Kinder in einen Bildungsweg, der bereits zu diesem Zeitpunkt darüber entscheidet, ob sie zum Beispiel später mal Ärzte oder Krankenpfleger werden können, weil er so gut wie nicht mehr korrigierbar ist. Wer wie der CDU-Fraktionsvorsitzende Helmut Stahl in diesem Zusammenhang von Begabungsgerechtigkeit spricht, ignoriert nicht nur alle wissenschaftlichen Untersuchungen. Er hat auch noch nicht mit verzweifelten Eltern geredet, die am Ende der Grundschulzeit auf eine in der Bildungsforschung umstrittene verbindliche Empfehlung hoffen, die ihren neunjährigen Kindern alle Bildungsabschlüsse und damit Berufsmöglichkeiten offen halten", kommentierte die stellvertretende Vorsitzende der SPD-Landtagsfraktion, Ute Schäfer.



Mit Begabungsgerechtigkeit habe das dreigliedrige Schulsystem überhaupt nichts zu tun. Aktuelle Zahlen des Instituts für Schulentwicklung hätten gerade wieder belegt: Die vermeintliche Durchlässigkeit zwischen den Schulformen bedeute in 90 Prozent der Fälle für die Schülerinnen und Schüler einen Abstieg. "Das wissen auch die Eltern. Deshalb würden sie sich, wenn genug Plätze vorhanden wären, überwiegend für eine integrierte Schulform entscheiden, in der Schülerinnen und Schüler über die Grundschulzeit hinaus länger gemeinsam lernen können. Das hat eine vor wenigen Wochen durchgeführte repräsentative Studie in St. Augustin eindeutig ergeben. 63,5 Prozent der Eltern von Grundschülerinnen und Grundschülern würden dort für ihre Kinder die Gesamtschule wählen. Das weiß die Landesregierung leider immer noch zu verhindern, indem sie Neugründungen Steine in den Weg legt , obwohl jährlich rund 15.000 Schülerinnen und Schüler aus Platzmangel an Gesamtschulen abgelehnt werden müssen. In vielen Gemeinden stimmen die Eltern allerdings mittlerweile mit den Füßen ab. Das wird auch die CDU-regierte Landesregierung nicht stoppen können", erklärte Schäfer.


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