AKTUELLE MELDUNGEN
Pressemitteilung:
25. November 2008

Karl Schultheis und Ute Schäfer: Lehrerausbildung nach Schulformen ist ein Fehler


Die Pläne der Landesregierung zu einer schulformbezogenen Lehrerausbildung bezeichnete die stellvertretende Vorsitzende der SPD-Landtagsfraktion, Ute Schäfer, als "einen Schritt in die falsche Richtung". "Die geplante Reform der Lehrerausbildung orientiert sich an dem alten dreigliedrigen Schulsystem, das keine Zukunft hat", kritisierte Schäfer. Völlig falsch sei auch die Verkürzung des Referendariats auf ein Jahr. "Die Kürzung der wichtigen Ausbildungszeit in der Schule soll nur Kosten sparen. Das lehnen wir ab. Stattdessen wollen wir sechs Monate der Referendariatszeit zwischen dem Bachelor und dem Master platzieren. Das vermittelt den Studentinnen und Studenten frühzeitig ein realistisches Berufsbild", sagte Schäfer. Insgesamt bliebe es dann bei den 24 Monaten notwendiger praktischer Ausbildung. Die geplante gleichlange Studienzeit für alle Lehrämter begrüßte die SPD-Bildungsexpertin ausdrücklich: "Allerdings erwarten wir dann auch von der Landesregierung eine Aussage zur zukünftigen Besoldungsstruktur der Lehrerinnen und Lehrer."



Darüber hinaus sieht der hochschulpolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, Karl Schultheis, eine immer größere Kluft zwischen Anspruch und Wirklichkeit bei der Lehrerausbildung an den Hochschulen. "Es ist schon bemerkenswert, dass sich der angebliche Schulreformer Andreas Pinkwart als Hochschulminister aus dem Gesetzgebungsverfahren verabschiedet und ausgerechnet dem Schulministerium von Barbara Sommer die Federführung bei der Erarbeitung des Gesetzes innerhalb der Landesregierung überlassen hat. Der Weg zum Gesetzentwurf und das nunmehr vorliegende Ergebnis stehen symbolisch für die wachsenden Widersprüche in der Hochschulpolitik der Landesregierung", kommentierte Schultheis. Man könne auf der einen Seite nicht beständig die Autonomie der Hochschulen beschwören und auf der anderen Seite das starrste und rückschrittlichste Lehrerausbildungsmodell der ganzen Republik per Dekret verordnen wollen. "Wenn das Gesetz so bleibt, dann werden sich die Hochschulen ganz oder teilweise aus der Lehrerausbildung verabschieden. Damit wird der Fachlehrermangel in Nordhrein-Westfalen zunehmen", prophezeite der SPD-Hochschulexperte.



Copyright 2018 Internetauftritt des SPD-Ortsvereins Sennestadt. Realisiert mit nrwspd.net, einem Service der barracuda digitale agentur GmbH, Köln.