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P R E S S E M I T T E I L U N G  -  15. September 2008
Karl Schultheis: NRW verliert den Anschluss bei der Frauenförderung an den Hochschulen

Als "mangelhaft" kritisierte heute Karl Schultheis, hochschulpolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, die Frauenförderpolitik an den nordrhein-westfälischen Hochschulen. „Die Landesregierung hat mit der Umstellung der Frauenförderung an unseren Hochschulen einen Flurschaden angerichtet. Wenn sie ihre Finanzierungsmodalitäten nicht ändert, droht NRW den Anschluss zu verlieren", sagte Schultheis. Das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung initiierte Professorinnenprogramm sehe vor, dass die bewilligten Mittel in gleicher Höhe von den Ländern kofinanziert werden. NRW habe als einziges Land die Kofinanzierung an den Strukturfonds für die Hochschulen gebunden. "Dabei geraten vor allem die Fachhochschulen ins Hintertreffen, weil sie mit einem Anteil von 15 Prozent deutlich weniger Mittel aus dem Strukturfonds erhalten als Universitäten. Die Koppelung der Mittel an den Strukturfonds wirkt sich kontraproduktiv aus. Das Modell rechnet sich nicht und ermöglicht keine verlässliche Finanzplanung", erklärte Schultheis.



Das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung initiierte Professorinnenprogramm soll deutsche Hochschulen unterstützen, qualifizierte Wissenschaftlerinnen in Professuren zu berufen. Hochschulen, deren Gleichstellungskonzept positiv begutachtet wird, können bis zu drei Professorinnen über einen Zeitraum von fünf Jahren im Rahmen der Bund-Länder-Finanzierung an ihrer Hochschule berufen. Insgesamt 113 Hochschulen haben sich bundesweit mit ihren Gleichstellungskonzepten beworden. 79 wurden positiv begutachtet, davon 12 Hochschulen aus NRW. Auffällig ist jedoch in NRW, mit 14 Universitäten und 12 Fachhochschulen - der dichtesten Hochschullandschaft in Europa -, die Schieflage der Teilnahme von Fachhochschulen und Universitäten: Nur drei Fachhochschulen haben sich beworben. Zwei davon erhielten den Zuschlag.



„Die Ergebnisse zeigen eindeutig, dass wir ein anderes Finanzierungsmodell brauchen. Baden-Württemberg beispielsweise bietet eine attraktive planungssichere Gegenfinanzierung zum Professorinnenprogramm. Das sind echte Extramittel, die gute Wissenschaftlerinnen locken. NRW wird sonst in einigen Jahren das Schlusslicht bei der Frauenförderung bilden“, prophezeite Schultheis.


 
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