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P R E S S E M I T T E I L U N G  -  15. Januar 2008
Ute Schäfer: Unterschiedliche Vergabepraxis bei den umstrittenen Kopfnoten führt zu Ungerechtigkeiten und Willkür

"Die unterschiedliche Vergabepraxis der nordrhein-westfälischen Schulen bei den umstrittenen Kopfnoten zeigt, wie unsinnig das Vorhaben von Schulministerin Sommer ist", erklärte Ute Schäfer, stellvertretende Vorsitzende der SPD-Landtagsfraktion, heute in Düsseldorf zu aktuellen Medienberichten. "Ziffernnoten für das Arbeits- und Sozialverhalten sind nicht nur pädagogischer Humbug, sondern führen auch zu Ungerechtigkeiten und Willkür. Wir teilen deshalb die Auffassung der Kirchen, der Landessschülervertretung, vieler Schulen und Eltern, dass die wichtige und richtige Bewertung des Arbeits- und Sozialverhaltens in Form von Noten nicht sinnvoll ist, weil sie keine differenzierte Aussagekraft haben. Arbeits- und Sozialverhalten wie Zuverlässigkeit, Selbstständigkeit, Verantwortungsbereitschaft, Team- oder Konfliktfähigkeit lassen sich nicht in Noten fassen. Dafür bedarf es vielmehr einer differenzierten Beurteilung in Berichtsform, die im rot-grünen Schulgesetz bereits verankert war."



Schäfer untermauerte die Position der SPD-Fraktion mit einem fiktiven, aber nicht unrealistischen Beispiel: "Schülerin A aus Schule X und Schülerin B aus Schule Y sind beide schüchtern und zurückhaltend. Schule X bewertet deshalb das Konfliktverhalten von Schülerin A aufgrund ihrer Zurückhaltung als konfliktscheu und damit unbefriedigend. Schule Y hingegen beurteilt das Konfliktverhalten von Schülerin B aufgrund ihrer Zurückhaltung als besonnen und damit gut. Beide bewerben sich für die gleiche Ausbildungsstelle. Auf dem Zeugnis hat Schülerin A die Kopfnote "Konfliktverhalten: unbefriedigend", Schülerin B aber die Kopfnote "Konfliktverhalten: gut". Schülerin B erhält den Ausbildungsplatz."



"Keine Lehrkraft und keine Schule kann das verantworten", sagte Schäfer und stellte abschließend fest: "Wir lehnen die Bescheinigung des Arbeits- und Sozialverhaltens nicht ab, aber wir lehnen Kopfnoten ab. Pädagogik kann man nicht mit Noten machen."


 
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