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P R E S S E M I T T E I L U N G  -  11. August 2011
Gemeinsame Erklärung der Landesregierung NRW, der CDU, der SPD, Bündnis90/Grüne und der FDP zur Neuausrichtung der Bundeswehr

Die Bundeswehr hat seit ihrer Aufstellung im Jahre 1955 einen entscheidenden und anerkennenswerten Beitrag zur Erhaltung des Friedens in Deutschland, Europa und der Welt geleistet.
Derzeit steht die Bundeswehr vor dem größten Reformprozess in ihrer Geschichte. Es ist absehbar, dass die Verkleinerung der Streitkräfte Folgen für die Bundeswehr-standorte in Nordrhein-Westfalen haben wird - mit wirtschaftlichen und sozialen Auswirkungen für die Kommunen und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vor Ort.
Wir erwarten daher, dass Nordrhein-Westfalen bei den anstehenden Standortent-scheidungen im Vorfeld beteiligt und entsprechend seiner Größe und Bevölkerungsdichte berücksichtigt wird. Nordrhein-Westfalen muss ein bedeutender Bundeswehrstandort bleiben.
Gemeinsam fordern wir, dass die Bundeswehr in Nordrhein-Westfalen auch in der Fläche weiterhin präsent sein muss. Eine Konzentration auf wenige Großstandorte lehnen wir ab; sie würde eine Schwächung des ländlichen Raums bedeuten.
Die Standortplanung darf im Übrigen nicht nur verteidigungspolitisch begründet sein, sondern muss auch die strukturpolitische Verantwortung der Bundeswehr beachten sowie den Grundsatz der gerechten Lastenverteilung berücksichtigen.
Wir erwarten weiter, dass die Bundesregierung die Zusagen aus dem Berlin/Bonn-Gesetz einhält. Auch Düsseldorf muss in Zukunft ein wichtiger Standort der Wehr-verwaltung in Nordrhein-Westfalen bleiben.
Alle Umstrukturierungsmaßnahmen der Bundeswehr müssen sozialverträglich und ohne betriebsbedingte Kündigungen erfolgen.
Wir sind überdies der Auffassung, dass die Bundeswehr auch zukünftig personell und organisatorisch in der Lage sein muss, Hilfeleistungen zur Bewältigung von schweren Unglücksfällen oder Katastrophen zu erbringen. Die zivil-militärische Zu-sammenarbeit sollte in der bewährten Form fortgeführt werden.
Wir bitten die Bundesregierung, für aufgegebene Bundeswehrstandorte – insbesondere in strukturschwachen Regionen – Konversionsmaßnahmen zu veranlassen und ein Konversionsprogramm aufzulegen. Zur Erleichterung des Strukturwandels wäre es wünschenswert, wenn eine verbilligte Abgabe der nicht mehr benötigten Liegenschaften an die jeweiligen Kommunen ermöglicht und der Bund sich an der Sanierung etwaiger Altlasten beteiligen würde.

 
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